Rückenschmerzen

Oft reicht schon eine einzige falsche Bewegung aus, um Schmerzen im Rücken zu bekommen. Die Beschwerden erstrecken sich dann oft auch auf den Hinterkopf oder bis in die Arme. Doch was bedeutet es, wenn der Rücken schmerzt? Wie kommt man der Ursache auf die Spur und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Etwa dreiviertel der österreichischen Erwachsenen leiden zumindest einmal im Leben an Rückenschmerzen. Somit sind Rückenschmerzen eine der häufigsten Beschwerden in Österreich.1 

Eher selten findet sich bei den Betroffenen eine körperliche Ursache für die Beschwerden.

Die meisten Beschwerden werden als idiopathische Rückenschmerzen diagnostiziert, das bedeutet, dass keine erklärende organische Ursache nachgewiesen werden kann. Auslöser der Schmerzen sind oft Störungen im Zusammenspiel der kleinen Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder.

Bei einer Reizung der Nerven können die Schmerzen auch in Arme, Beine und den Kopf ausstrahlen.

 

Die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen:

  • Einseitige Belastung der Wirbelsäule
  • Muskelverspannungen
  • Schreibtischarbeit mit lang andauernder und/oder falscher Sitzhaltung
  • Allgemein schlechte Körperhaltung Bewegungsmangel
  • Häufiges Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen

Es wird zwischen nichtspezifischen und spezifischen Rückenschmerzen unterschieden. Um nicht spezifische Rückenschmerzen handelt es sich, wenn mit klinischen Mitteln keine organischen Ursachen gefunden werden können. Dahingehend kann bei spezifischen Rückenschmerzen eine Erkrankung der Wirbelsäule oder Entstehungsort (Muskulatur, Bandscheibe) eindeutig bestimmt werden. 

 

Diagnose von Rückenschmerzen

Der Arzt unterscheidet zusätzlich noch zwischen akuten, subakuten und chronischen Rückenschmerzen. Erstere definieren sich dadurch, dass die Schmerzen nicht länger als sechs Wochen anhalten, diese klingen meist wieder von alleine ab. Halten die Schmerzen jedoch länger als 6 Wochen an, gelten die Beschwerden als subakut. Man spricht von chronischen Schmerzen, wenn die Schmerzen nach zwölf Wochen immer noch vorhanden sind. 

Bei der Diagnose stehen dem Arzt verschiedene Möglichkeiten zur Ursachenforschung zu Verfügung. Bei einem ausführlichen Patientengespräch fragt der behandelnde Arzt unter anderem folgende Bereiche ab:

  • Lokalisation
  • Dauer
  • Verlauf der Schmerzen
  • bisherige Therapien und deren Wirkung
  • zeitliches Auftreten 
  • begleitende Symptome

 

Behandlung von Rückenschmerzen

Sofern sich eine spezifische Ursache für die Beschwerden findet, können beispielsweise operative Verfahren zum Einsatz kommen. Bei nicht spezifischen Rückenschmerzen greifen Ärzte aber meist auf eine symptombezogene Therapie zurück. Dabei finden sowohl medikamentöse als auch nichtmedikamentöse Maßnahmen ihre Verwendung. Häufige nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen sind:

  • Massagen
  • Wärmetherapie
  • Physiotherapie
  • Bewegungstherapie
  • Entspannungsverfahren (beispielsweise autogenes Training)

 

  1. Quelle: Update der evidenz- und konsensbasierten Österreichischen Leitlinie für das Management akuter, subakuter, chronischer und rezidivierender unspezifischer Kreuzschmerzen 2018 – Kurzbezeichnung Leitlinie Kreuzschmerz 2018, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Langfassung
    1. Auflage, Version 1, 2018